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Home Q5 Das Gottesteilchen der Fahrphysik: Unterwegs mit dem Audi SQ5 TDI

Das Gottesteilchen der Fahrphysik: Unterwegs mit dem Audi SQ5 TDI

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Audi SQ5 TDI



Während ein Heer von Physikern 100m unter der Schweiz nach einem winzigen Teilchen sucht, das die Grundgesetze unserer Welt erklären soll, durfte ich mit einem etwas größeren Teilchen über den bayrischen Erdboden donnern und die Grenzen der Fahrphysik auf den Kopf stellen. Es folgt ein mehr oder weniger naturwissenschaftlicher Feldversuch mit dem neuen Audi SQ5 TDI ...

 


Das Higgs-Boson. Ein aktuell ziemlich prominenter Winzling aus der Welt der Quantenphysik ist ein wahrer Medienstar. Das bisher gut verborgene Elementarteilchen verleiht laut der grauen Theorie sämtlicher Materie ihre Masse. Ah ja. Bevor sich meine Synapsen beim Versuch überschlagen, die Welt der Welterklärer und Teilchenbeschleuniger zu verstehen, kommen wir lieber zu einer Neuentdeckung aus der Welt der Fahrphysik - dem Audi SQ5 TDI.

Das neuste Standardmodell für Diesel-Fans und SUV-Verrückte, bricht mit allen Konventionen der bisherigen Audi-Modellpolitik. Zum ersten Mal darf ein Q-Modell das magische "S" tragen. Und zum ersten Mal steckt unter dern Haube eines magischen "S" ein selbstzündendes Dieselherz. Diese verwegene Mischung aus Sportlichkeit und Effizienz war bislang nur Theorie und soll sich jetzt in der Praxis bewähren. Die Kommunikationswissenschaftler von Audi waren so nett mich zur Presse-Präsentation des neuen SQ5 einzuladen um mich von den Eigenschaften des estorrilblauen Teilchenbeschleunigers im Live-Experiment überzeugen.

Die Hülle - das Exterieur

Von außen gibt sich das Sportass der Q5-Baureihe nur den Nobelpreisträgern unter den Audi-Fans zu erkennen. Normale Mitmenschen, die nicht die PS-Angaben des Audi-Programms im Halbschlaf herunterbeten können, werden höchstens ahnen, dass sich hinter den üppig dimensionierten chromfarbenen Außenspiegeln und dem neu gestalteten Single-Frame-Grill ein wahrer Leistungsträger verbirgt. Apropos Chrom - das glänzende Element mit der Ordnungszahl 24 kommt im SQ5 TDI in rauen Mengen zum Einsatz. Nicht nur die Außenspiegel sind mit dem sogenannten Übergangsmetall überzogen, sondern auch die Querstreben im Grill, die Stege in den Lufteinlässen und natürlich auch die Endrohre der "S"-typisch vierflutigen Abgasanlage reflektieren das einfallende Licht nur so um die Wette.

Der äußere Kern - das Interieur

Im Inneren des SQ5 TDI erwartet die solvente Kundschaft ein Mix aus Sportlichkeit und Eleganz. Sozusagen zwei Elementarzuständen in einem Augenblick. Der Testwagen war mit schwarz/grauen BiColor-Leder ausgestattet, überspannte die Insassen mit einem schwarzen Alcantara-Himmel und schmeichelte den haptischen Humansensoren an den Fingespitzen mit Dekoreinlagen aus geschwärztem Holz, das irgendwie Assoziationen an einen Nadelstreifenanzug hervorrief. Ansonsten finden sich auch im Innenraum des SQ5 TDI die typischen "S"-Insignien in Form von grauen Ziffernblättern, einem überzeugendem Sportlenkrad und diversen "SQ5"-Badges, deren Anzahl gen Unendlich ging. Dass die Materialqualität und die Verarbeitung erneut Audis Benchmark in Sachen Innenraumgestaltung erneut bestätigen, ist ja keine unbedingt neue Erkenntnis und wird deswegen nicht näher definiert.

Der innere Kern - der Motor

Kommen wir zum Wesentlichen. Dem wohl elementarsten Teilchen im neuen SQ5 - dem Motor. Unter der Haube des Sport-SUVs schlummert der brandneue 3.0 TDI mit BiTurbo-Aufladung und einer Leistung von 313PS ... oh Verzeihung ... natürlich sind es 230 Kilowatt. Noch beeindruckender als die Leistung ist das Drehmoment, dass das Kraftwerk des SQ5 auf die vier angetriebenen Räder loslässt: 650Nm zerren an der Mechanik des Antriebsstrang und haben die Entwicklungsingenieure dazu veranlasst eine Wandlerautomatik mit acht Fahrstufen dem Vorzug gegenüber der gesetzten S-tronic zu geben. Das fragile Räderwerk des Doppelkupplungsgetriebes wäre nämlich von den gewaltigen Kräfte des Motors kurzerhand "verformt" worden. Daher übernimmt das etwas robustere Automatikgetriebe das Mangament der Kraftreserven und scheucht die 313Pferde standesgemäß und mit überraschend kurzen Schaltzeiten in nur 5,2 Sekunden auf Tempo 100.

Von der grauen Theorie zur weltverändernden Praxis. Während das oben erwähnte Higgs-Boson Materie seine Masse verleiht, verhält es sich beim SQ5 TDI genau umgekehrt. Der BiTurbo-Diesel macht aus dem nicht gerade schmächtigen Q5 ein subjektives Fliegengewicht, das den Gesetzen der Trägheit trotzt und den SUV souverän wie an einem Gummiband nach vorne zieht. Nach einem beherzten Tritt auf das Gaspedal verharrt das Getriebe zwar für den Hauch einer Millisekunde in einer Art Angststarre, lässt dann aber die Kräfte des BiTDI auf die Straße los. Der Effekt des Veruchsaufbaus ist eindeutig. Die Verkehrsteilnehmer im Rückspiegel schrumpfen um den Faktor 2,5, der Adrenalinspiegel des Fahrers steigt sprunghaft an und die Mundwinkel verzerren sich zu einem mehr oder weniger debilen Dauergrinsen. Leider wehrt dieser Efekt nicht dauerhaft, denn bleibt der Fuß zu lange in der Vollgasposition, dringt der SQ5 in Geschwindigkeitsbereiche vor, die sich zwar noch locker mit den Gesetzen der Fahrphysik, aber nicht mit denen der StVZO in Einklang bringen lassen. Apropos Fahrphysik. In engen Kurven schlägt sich der SQ5 TDI zwar tapfer, kann sein Gewicht und den hohen Schwerpunkt aber nich vollends verstecken. Während der SQ5 also in Kurven seine verschwunden gegelaubte Masse wiederfindent, scheint sie beim Blick auf den Durchschnittsverbrauch auch schon wieder verschwunden zu sein. Denn trotz einer nicht gerade effizienten Fahrweise und viel Stop and go auf kurvigen bayrischen Landstraßen pendelte sich der Wert bei ca. 10 Liter Diesel auf 100km ein. Zwar liegt der Dieselbrenner damit etwas über dem versprochenen Wert von circa 7l, aber dass die Praxis in diesem Feld praktisch permanent von der Theorie abweicht, dürfte niemanden mehr überraschen.

Bevor wir die Welt der Teilchenbeschleunigung und langsam nervenden Physik-Metaphern verlassen, kurz noch ein Ausflug in das Teilgebiet der Akustik. Schließlich überrascht das Diesel-Kraftwerk des SQ5 mit einem beeindruckenden Sound, dessen Schalwellen die Gehörgänge mit einem perfekt abgestimmten Frequenzband geradezu massieren. Das ist natürlich kein Zufall, sondern Produkt eines komplexen Sound-Designs. Und eines kleinen Tricks: Im Abgasstrang des SQ5 TDI sitzen nämlich zwei Lautsprecher, die dem Diesel eine fein brabbelnde und sonor grummeldne Soundkulisse bescheren, die fast schon an einen V8 erinnert.

Der Erkenntnisgewinn - das Fazit

Genau wie einige Elementarteilchen in der Physik, schafft es der SQ5 TDI vieles auf einmal zu sein – braves Midsize-SUV, geräumiger Familien-Schlitten, kilometerfressendens Autobahnungetüm und ein ambitionierter Kurvenversteher. Aber eigentlich ist das wirklich faszinierende am SQ5 TDI sein BiTurboTDI-Herz. Und ehrlich gesagt, würde es in einem A4 Avant mindestens genau so gut schlagen und dabei auch noch das Gewissen etwas mehr beruhigen, als in der zu hohen und zu schweren SUV-Karosserie. Aber nichts destotrotz bleibt Audis erstes S-TDI-SUV-Derivat, das was es ist: ein gelungenes Experiment, das einfach nur fasziniert.



Aus der grauen Theorie, zu einigen farbigen Beweisaufnahmen vom SQ5 TDI Feldversuch:

 

 


Das Untersuchungsobjekt: der neue Audi SQ5 TDI




Die Proportionen des SQ5 stimmen und passen zum bulligen Charakter des Power-Q




Für Bayern fast schon ein typisches Bild in diesen Tagen: eine Hochleistungs-Q auf der grünen Wiese.







Die Kommandozentrale des SQ5 TDI im typisch sportlich/eleganten S-Stil.




Paradigmenwechsel: das erste graue "S"-Ziffernblatt mit einen Grenzbereich, der bei 4.500U/min beginnt.




Alu trifft auf Holz - passt zum vielgesichtigen Charakter des SQ5.




Der Diesel darf durch eine vierflutige Abgasanlage seine Verbrennungsrückständen in die Atmosphäre emittieren.





Das hinter diesem Blechkleid mehr lauert, als ein braver Familien-SUV offenbart sich nur Kennern.




Schuhwerk im Format 20-Zoll garantiert einen feste Verbundenheit mit den Gesetzen der Gravitation.




Der SQ5 TDI trägt Chrom. Genau wie viele seiner benzinbefeuerten "S"-Geschwister.





Damit niemand vergisst, auf welches Modell die Kaufentscheidung gefallen ist, befinden sich überall auf und im SQ5 die typischen Typenschilder.





Der Blick des SQ5 ist genau wie bei seinen zivilen Geschwistermodellen etwas braver und eleganter geworden.


 

Lust auf mehr? Einige meiner Blogger-Kollegen waren auch am Experiment beteiligt. Wer auf deren Ergebnisse gespannt ist, findet einige Veröffentlichungen genau hier:

 

box.gigold.de - "Geht raus spielen - mit dem Q5 und SQ5" von Thomas Gigold


fanaticar - "Der SUV-Bestseller. Audi Q5 Facelift" von Mario-Roman Lambrecht


Autohaus Wolfsburg - "In München dreht sich momentan vieles um Audi" von Jens Stratmann


passiondriving.de - "Audi Q5 Facelift als SQ5 und Q5 hybrid" von Sebastian Bauer


Trendlupe - "Audi SQ5" von Milos Willing


motoso.de - "Audi Q5 - Moorhuhn oder City Cobra?" von Kai Bösel


mein-auto-blog.de - "Audi SQ5 Vorstellung" von Björn Habegger


exclusive-life.de - "Fahrbericht: Audi SQ5 TDI" von Ralf Bernert



Viel Spaß mit den Eindrücken der Kollegen!

 

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